KanTe goes OSCE

Am ersten Wochenende im Juli, als der große Regen Berlin heimsuchte, fanden im „Circular Economy House“ (CRCLR) in Berlin-Neukölln zum dritten Mal die „Open Source Circular Economy (OSCE) Days“ statt und KanTe war dabei!

 

Am Samstag machten wir mit dem Titel „Make Compost Not War – Guerilla Composting“ Menschen neugierig unseren ersten Workshop, konzeptioniert und durchgeführt gemeinsam mit Lusi Ajonjoli (BioTech-Künstlerin), zu besuchen. Dabei ging es um Kompost in der Stadt. Küchenreste machen bei uns einen großen, manchmal gar den größten Anteil des Hausabfalls aus. Wie können diese weiter verwertet werden, anstatt sie einfacher über die Tonne zu entsorgen. Dazu teilten wir unsere eigenen praktischen Erfahrungen zur Fermentation von Gemüseresten und demonstrierten die Umwandlung in Nahrungsmittel (Kimchi) und die Konservierung als Vorbereitung zur anschließenden Kompostierung (Bokashi). Außerdem diskutierten wir verschiedene Möglichkeiten, wie Küchenabfälle in der Stadt kompostiert werden können, und wie Guerilla Compost Aktivist*innen somit einen guten Boden bereiten können für Guerilla Gardening Interventionen. Abschließend führten wir einen spannenden Wissens-Austausch zu Kompostierung: welche Faktoren sind wichtig, so dass die Kompostierung gut funktioniert (Temperatur, pH, Feuchte etc.) oder welche Zugaben sind geeignet und was muss ggf. bedacht werden. Somit blickten wir auch in Richtung Terra-Preta-Kompostierung (Ko-Kompostierung von Pflanzen-Kohle) und ökologische Sanitärkonzepte (Ko-Kompostierung von Urin).Am Sonntag früh ging es dann weiter mit dem zweiten Workshop zu „Pedal-powered shredder“, der von einem Berliner Gemeinschaftsgärtner und einer Designerin aus Sao Paulo (Brasilien) initiiert wurde. Im ersten Quartal diesen Jahres hatte eine Gruppe in Sao Paulo einen Prototypen für einen fahrradbetriebenen Garten-Häcksler gebaut (genannt „Papa Galho“ = Zweigfresser). Da auch KanTe im vergangenen Jahr einen fahrradbetriebenen Häcksler entwickelt und gebaut hat, gaben uns die OSCE-Tage 2017 somit eine wunderbare Gelegenheit die anderen Bastler*innen und ihren Häcksler kennenzulernen und uns über unsere vielseitigen Erfahrungen auszutauschen. Gemeinsam diskutierten und reflektierten wir das Prinzip fahrradbetriebener Garten-Häcksler und tauschten uns aus über Möglichkeiten/Herausforderungen und Gemeinsamkeiten/Unterschiede bei der Materialbeschaffung in Berlin und Sao Paulo. Es zeigte sich, dass der Papa Galho gut geeignet ist für trockene Biomasse (z.B. Äste, trockene Erntereste) da er ein Messer-Schneidwerk hat und bei hoher Drehzahl läuft. Jedoch verstopft er schnell, wenn feuchtes Material (z.B. frische Erntereste) gehäckselt werden soll. Für Letzteres ist jedoch der von uns gebaute Proto-Typ sehr gut geeignet. Somit ergänzen sich beide Designs sehr gut. Abschließend haben wir beschlossen, ein Forum für fahrradbetriebene Garten-Häcksler einzurichten (auf der Webseite von Sao Paulo Lab), auf dem sich Menschen, die den Papa Galho und/oder den KanTe-Häcksler nachbauen wollen, untereinander und mit uns austauschen können.

 

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